Behandlung des Hörsturzes bei bekannter Ursache

Wie behandelt man einen Hörsturz?

Die Behandlung eines Hörsturzes richtet sich nach dessen Ursache, sofern diese bekannt ist. In diesem Fall spricht man von einem symptomatischen Hörsturz. Durch die Therapie der zugrunde liegenden Erkrankung lässt sich häufig auch eine Besserung des Hörsturzes erreichen. Kann man hingegen keine Ursache für den Hörsturz feststellen, wird dies als „idiopathischer Hörsturz“ bezeichnet. Unter anderem folgende Erkrankungen kommen als mögliche Ursachen eines symptomatischen Hörsturzes infrage, so dass sich die Therapie des Hörsturzes an der Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung orientiert:

  • Perilymphfistel (krankhafte Verbindung des im Innenohr gelegenen Flüssigkeitsraumes mit anderen anatomischen Strukturen, beispielsweise dem Mittelohr)
  • Menière-Krankheit, die mit Schwindelbeschwerden, Tinnitus und Schwerhörigkeit einhergeht
  • akutes Lärmtrauma, beispielsweise durch einen in Ohrnähe abgegebenen Schuss
  • Entzündung der im Innenohr gelegenen anatomischen Strukturen
  • Auswirkungen schädigender Substanzen, zu denen auch einige Medikamente wie Antibiotika zählen
  • Ohrverletzung, beispielsweise durch einen Sturz
  • Herpesinfektion im Bereich des Ohres
  • Gehirntumor in demjenigen Gehirnbereich, in dem der Hörnerv verläuft
  • Infektionen des Hörnervs, beispielsweise im Rahmen einer Borreliose oder einer Syphilis
  • Multiple Sklerose (Erkrankung des Nervensystems, die unter anderem mit Lähmungen und Sehstörungen einhergehen kann)
  • Durchblutungsstörung des Innenohres
  • Migräne
  • psychische Ursachen

 

Behandlung des Hörsturzes bei unbekannter Ursache

Das therapeutische Vorgehen bei einem idiopathischen Hörsturz ist nicht exakt festgelegt, und die verschiedenen Behandlungsformen haben bei einzelnen Patienten einen unterschiedlichen Erfolg. Daher ist es durchaus sinnvoll, bei Erfolglosigkeit einer Methode ein anderes Verfahren anzuwenden. Infrage kommende Behandlungsmaßnahmen bei idiopathischem Hörsturz sind beispielsweise:

  • Gabe von Kortisonpräparaten
  • Infusionen mit Medikamenten, welche die Durchblutung des Innenohres verbessern
  • Verabreichung von Substanzen, die freie Sauerstoffradikale inaktivieren (sogenannte Antioxidanzien)
  • Hemmung der Bildung von Blutpfröpfen durch entsprechende Wirkstoffe
  • Auswaschung von Substanzen aus dem Blut, welche die Blutgerinnung fördern
  • Sauerstoffgabe

Datum: Mai 2010; Autor: Dr. med. E. Wolf

Quellen: Probst, R./ Grevers, G./ Iro, H. (Hrsg.): Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, 3. Aufl. Thieme, Stuttgart (2008)

Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg (2009)

© 2012 Georg Thieme Verlag KG
Impressum | Datenschutz | Presse | Sitemap
JSPOPUP Das Tinnitus-Lösungscenter unterstützt Sie aktiv in der Linderung Ihrer Tinnitus-Beschwerden. Die Kombination aus Selbsthilfe-Maßnahmen und Tinnitus-Hilfe am Telefon steigern die Chance zur Linderung Ihrer Tinnitus-Beschwerden und sind das ideale Erste-Hilfe-Paket bei Tinnitus.

Ganz gleich ob Ihr Tinnitus mit Hörstörungen oder einem Hörverlust einhergeht und wovon er verursacht wurde - gehen Sie parallel auch möglichst rasch zum HNO Arzt. Ihr HNO Arzt ist Spezialist auf seinem Gebiet und kann Ihnen helfen, die für Sie passende Tinnitustherapie (häufig auch Tinitus Therapie geschrieben) zu finden.