Erste Anzeichen für einen Tinnitus

Welche Anzeichen gibt es für Tinnitus?

Welche Anzeichen gibt es für einen Tinnitus?

Erstes Anzeichen eines Tinnitus ist ein Ohrgeräusch. Dieses kann in einem einzigen Ton bestehen oder beispielsweise auch als Rauschen, Surren, Brummen, Klingeln, Zirpen oder Knacken empfunden werden. Bei nur kurzem Bestehen derartiger Hörempfindungen besteht zunächst kein Anlass zur Beunruhigung. Derartige kurze Ohrgeräusche sind sehr häufig und bedürfen bei einer Dauer von höchstens 24 bis 48 Stunden auch keiner Behandlung (es sei denn, es liegt eine begleitende Schwerhörigkeit vor). Erst bei längerer Dauer sind diese Hörempfindungen als Tinnitusanzeichen zu werten.

Von den ersten Tinnitusanzeichen ist der sogenannte Grundtinnitus beziehungsweise eine bei jedem Menschen vorhandene Tinnitusbereitschaft abzugrenzen. Dies kann man in einem absolut schalldichten Raum erleben, in dem man unter Umständen dennoch eines oder mehrere Geräusche wahrnimmt. Der Grundtinnitus wird vom Gehirn jedoch in der Regel herausgefiltert, sodass er im Alltag nicht wahrnehmbar ist. Diese Filterfunktion lässt sich im Rahmen der Tinnitusbehandlung therapeutisch gut nutzen.

Weitere Anzeichen eines Tinnitus

Nach Entwicklung des Ohrgeräusches als erstes Tinnitusanzeichen kann es zu einer sogenannten Sekundärsymptomatik kommen. Darunter versteht man Beschwerden, die sich als Folge der unter Umständen quälenden Höreindrücke einstellen. Derartige Anzeichen eines Tinnitus sind unter anderem Angstzustände, Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie Depressionen. Diese steigern den Leidensdruck und beeinträchtigen die Lebensqualität des betroffenen Patienten.

Weitere Anzeichen eines Tinnitus sind Begleiterscheinungen des Ohrgeräusches. Diese sind als Reaktionen auf die lästigen Hörempfindungen aufzufassen. Beispiele für solche Begleitanzeichen des Tinnitus sind:

  • Muskelverspannungen, insbesondere im Bereich der Halswirbelsäule und der Kaumuskulatur
  • sozialer Rückzug, beispielsweise aus dem Vereinsleben oder von Freunden und Familienmitgliedern
  • Hörstörungen wie verzerrtes Hören oder gesteigerte Hörempfindung
  • Leistungseinschränkungen, die im Berufsleben bis zur Arbeitsunfähigkeit führen können

Datum: Mai 2010; Autor: Dr. med. E. Wolf


 
Quellen:
Biesinger, E.: Tinnitus – Endlich Ruhe im Ohr. Trias, Stuttgart (2007)
Hesse, G.: Tinnitus. Thieme, Stuttgart (2008)
Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg (2009)

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