Stellenwert der transkraniellen Magnetstimulation bei Tinnitus

Transkranielle Magnetstimulation bei Tinnitus

Transkranielle Magnetstimulation bei Tinnitus

Die transkranielle Magnetstimulation bei Tinnitus stellt eine Behandlungsmethode dar, bei der die Hörregionen des Gehirns durch die Wirkung magnetischer Energie beeinflusst werden. Dadurch kommt es zu einer kurzfristigen Aktivitätsverringerung der Nervenzellen in diesen Gehirnregionen. Diese Aktivitätsverringerung im Rahmen der transkraniellen Magnetstimulation wiederum unterbricht eine übersteigerte Aktivität der für das Hören zuständigen Gehirnregionen, welche bei Tinnituspatienten zur Entstehung und Aufrechterhaltung ihres Ohrgeräusches beitragen kann. Bei etwa der Hälfte bis einem Drittel der behandelten Patienten kommt es zu einer kurzfristigen, bis zu zwei Wochen anhaltenden Linderung des Tinnitus durch die transkranielle Magnetstimulation.

Die transkranielle Magnetstimulation bei Tinnitus ist noch kein etabliertes und allgemein zu empfehlendes Therapieverfahren. Da sich dadurch jedoch durchaus Therapieerfolge erzielen lassen, kann sie bei einzelnen Tinnituspatienten in Betracht gezogen werden. Allerdings sollten die Behandlungen nur an spezialisierten Zentren im Rahmen von Studien zur transkraniellen Magnetstimulation bei Tinnitus durchgeführt werden.

Durchführung der transkraniellen Magnetstimulation bei Tinnitus

Für die transkranielle Magnetstimulation wird eine Magnetspule auf den Schädel aufgelegt, welche elektromagnetische Felder erzeugt, die wiederum die darunter gelegene, für das Hören zuständige Hirnrinde stimulieren. Eine damit einhergehende Aktivitätsverringerung der stimulierten Hirnrinde bedingt eine zeitlich begrenzte Abschwächung des Tinnitus. Vor der transkraniellen Magnetstimulation erfolgt eine Kernspintomografie, um die an der Tinnitusentstehung und -aufrechterhaltung beteiligten Gehirnregionen zu identifizieren. Neben der Beeinflussung der Hörregionen des Gehirns durch transkranielle Magnetstimulation kann man auch das sogenannte Frontal- oder Stirnhirn mit dieser Methode behandeln. In dieser Gehirnregion werden unter anderem Emotionen verarbeitet, und laut einer Studie lässt sich durch eine transkranielle Magnetstimulation des Frontalhirns eine positive Beeinflussung der emotionalen Tinnitusbewertung erreichen.

 

Datum: Mai 2010; Autor: Dr. med. E. Wolf

Quellen:

Biesinger, E.: Tinnitus – Endlich Ruhe im Ohr. Trias, Stuttgart (2007)

Hesse, G.: Tinnitus. Thieme, Stuttgart (2008)

Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg (2009)

© 2010 Georg Thieme Verlag KG
Impressum | Datenschutz | Presse | Sitemap
JSPOPUP Das Tinnitus-Lösungscenter unterstützt Sie aktiv in der Linderung Ihrer Tinnitus-Beschwerden. Die Kombination aus Selbsthilfe-Maßnahmen und Tinnitus-Hilfe am Telefon steigern die Chance zur Linderung Ihrer Tinnitus-Beschwerden und sind das ideale Erste-Hilfe-Paket bei Tinnitus.

Ganz gleich ob Ihr Tinnitus mit Hörstörungen oder einem Hörverlust einhergeht und wovon er verursacht wurde - gehen Sie parallel auch möglichst rasch zum HNO Arzt. Ihr HNO Arzt ist Spezialist auf seinem Gebiet und kann Ihnen helfen, die für Sie passende Tinnitustherapie (häufig auch Tinitus Therapie geschrieben) zu finden.