Zusammenhang zwischen TMJ-Beschwerden und Tinnitus
TMJ und Tinnitus

TMJ steht für „temporomandibular joint“ (temporomandibuläres Gelenk). Damit ist das Gelenk zwischen dem Schläfenbein des Schädels (Os temporale) und dem Unterkiefer (Os mandibulare oder Mandibula) gemeint. Kurz gesagt handelt es sich beim TMJ um das Kiefergelenk, in welchem sich der Unterkiefer bewegt und welches sich vor dem Ohr gut tasten lässt. Ein Zusammenhang zwischen Kiefergelenk und Tinnitus ergibt sich dadurch, dass sich ein Tinnitus bei nahezu der Hälfte aller Patienten mit Beschwerden im Bereich des TMJ feststellen lässt.
Beschwerden im Bereich des TMJ können unter anderem durch Verletzungen wie Stürze oder Autounfälle mit Beteiligung des Kiefergelenks bedingt sein. Neben einem Tinnitus verursachen Probleme im Bereich des TMJ häufig noch weitere Symptome, beispielsweise Kopf- und Ohrenschmerzen sowie Nacken-, Rücken- und Schulterschmerzen. Die Diagnose einer Funktionsstörung des TMJ wird in der Regel durch einen spezialisierten Arzt oder Zahnarzt gestellt. Zur Diagnostik gehören unter anderem die sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte sowie Bewegungsprüfungen, Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen.
Vorgehen bei TMJ-Beschwerden und Tinnitus
Das Vorgehen bei TMJ-Beschwerden, welche auch einen Tinnitus umfassen, entspricht im Großen und Ganzen einer CMD-Therapie. Dazu gehört in der Regel die Anpassung einer Aufbissschiene, die für 2 bis 3 Monate getragen wird. Im Anschluss daran ist eventuell das Einschleifen oder ein Kronenaufbau des Gebisses sinnvoll. Weitere Maßnahmen zur Linderung von TMJ-Beschwerden wie Tinnitus umfassen unter anderem Elektrostimulations- und Ultraschallbehandlungen sowie Kälteanwendungen. Diese haben das Ziel, wieder eine normale Funktion im Bereich des TMJ herzustellen. Bei Patienten mit Beschwerden im Bereich des TMJ wie Tinnitus lassen sich durch eine adäquate Therapie sehr hohe Erfolgsraten erreichen. Bei fast 90% der Patienten, deren Tinnitus mit dem TMJ in Zusammenhang steht, kann man das Ohrgeräusch zum Verschwinden bringen. Dieser Therapieerfolg ist auch nach einer längeren Beobachtungsdauer der Patienten (im Rahmen einer Studie 2 Jahre) noch nachweisbar.Datum: Mai 2010; Autor: Dr. med. E. Wolf
Quellen:
Dapprich, J.: Tinnitus, Kiefergelenk und Wirbelsäule. Tinnitus-Forum 4, 15–16 (2005)
Klemons, I.: Successful treatment of tinnitus in patients with TMJ dysfunction. www.tinnitusformula.com/infocenter/articles/conditions/tmj.aspx (Abruf am 23.03.2010)
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