Wie wird Tinnitus in der Kurklinik behandelt?

Tinnitusbehandlung in der Kurklinik

Tinnitusbehandlung in der Kurklinik

Eine Tinnitusbehandlung in der Kurklinik ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Vorsorge und Nachbehandlung von Beschwerden im Vordergrund stehen. Eine Rehabilitationsbehandlung kommt zudem infrage, wenn das Therapieziel in der Erhaltung oder Wiedererlangung der Berufsfähigkeit besteht. Im Rahmen einer Kur- beziehungsweise Rehabilitationsbehandlung wird der Betroffene unter anderem dabei unterstützt, trotz seines Tinnitus wieder ein normales Leben einschließlich Berufstätigkeit zu führen. Aufgrund des speziellen Behandlungsziels übernimmt in der Regel der Rentenversicherungsträger oder die Berufsgenossenschaft die Kosten für eine Rehabilitationsbehandlung und die Krankenkasse die Kosten für eine Tinnitusbehandlung in der Kurklinik.

Von einem Aufenthalt in der Kurklinik profitieren insbesondere Patienten, die neben ihrem Tinnitus beispielsweise unter einer allgemeinen Erschöpfung oder einer chronischen Erkrankung wie Asthma oder Gelenkbeschwerden leiden. Im Rahmen einer Rehabilitationsbehandlung werden unter anderem Patienten betreut, die aufgrund eines Berufsunfalls (Knalltrauma, Lärmtrauma) unter einem Tinnitus leiden.

Ablauf der Tinnitusbehandlung in der Kurlinik

Unter anderem Krankengymnastik und Heilmittelanwendungen sowie Bewegungs- und Soziotherapie mit berufsorientierter Belastungserprobung sind Bestandteile der Tinnitustherapie in einer Kurklinik beziehungsweise Rehabilitationsklinik. Bei chronischem Tinnitus kommen zudem psychotherapeutische Einzel- und Gruppenbehandlungen sowie medikamentöse Ansätze, beispielsweise mit Psychopharmaka, in Betracht. Das Therapiepersonal in einer Rehabilitations- beziehungsweise Kurklinik besteht unter anderem aus Ärzten, medizinischen Bademeistern, Masseuren, Sport- und Gymnastiklehrern, Pflegepersonal und Krankengymnasten. Bei der Behandlung des Tinnitus in einer Kurklinik stehen Heilmittelanwendungen und eine allgemeine Erholung im Vordergrund. Die Kur erfolgt unter ärztlicher Aufsicht, es gibt jedoch keinen kontinuierlichen ärztlichen Dienst. In den Tagesablauf sind feste Ruhe- und Erholungszeiten eingeplant, und es erfolgen nur wenige therapeutische Anwendungen pro Tag. Bei der Rehabilitationsbehandlung wird die ärztliche und psychotherapeutische Behandlung vom Pflegepersonal als Assistenz begleitet, zudem ist ständig ein Arzt in Rufbereitschaft. Die Therapie orientiert sich an den täglichen Bedürfnissen des einzelnen Patienten, und es finden pro Tag mehr Behandlungen statt als in einer Kurklinik.

Datum: Mai 2010; Autor: Dr. med. E. Wolf

Quelle:

Hesse, G.: Tinnitus. Thieme, Stuttgart (2008)

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