Stellenwert des strukturierten Tinnitus-Interviews (STI)
Strukturiertes Tinnitus-Interview (STI)

Das strukturierte Tinnitus-Interview ist ein wichtiges Instrument zur Tinnitusdiagnostik. Das STI ist unter anderem äußerst hilfreich, um die tinnitusbedingte Beeinträchtigung des Patienten und Begleiterscheinungen der Ohrgeräusche sowie den Schweregrad des Tinnitus beurteilen zu können. Die Strukturierung der teilweise unübersichtlichen Symptomatik, unter der viele Tinnituspatienten leiden, ist ein weiterer Vorteil des strukturierten Tinnitus-Interviews.
Das strukturierte Tinnitus-Interview fragt eine Auswahl häufiger Tinnitussymptome ab, unter anderem rein organische Beschwerden, aber auch psychische Auswirkungen des Ohrgeräusches. Unter anderem befasst sich das STI mit folgenden Bereichen des Tinnitus:
- bisheriger Verlauf
- Begleitsymptome wie Schwindel, Hörstörungen und Hyperakusis
- wichtige Bereiche des Tinnituserlebens und der Tinnitusbewältigung
Das strukturierte Tinnitus-Interview (STI) kann im Rahmen einer umfassenden Diagnostik sehr gut mit dem Tinnitusfragebogen kombiniert werden.
Einsatz des strukturierten Tinnitus-Interviews (STI)
Das strukturierte Tinnitus-Interview (STI) wird in Form eines Interviews durchgeführt, welches der Arzt mit dem Patienten führt. Ein spezieller Abschnitt des STI ist auf den Schweregrad ausgerichtet und umfasst psychologische Symptome sowie Begleitbeschwerden. In diesem Bereich des strukturierten Tinnitus-Interviews fragt der Arzt unter anderem nach folgenden Aspekten:
- tinnitusbedingte Hörstörungen
- Penetranz des Tinnitus
- Schlafstörungen und Schwierigkeiten beim Entspannen
- emotionale Belastungen
- ungünstige Wahrnehmungen und Denkmuster
- Beeinträchtigungen im psychosozialen Bereich
- berufliche Beeinträchtigungen
Die Auswertung des strukturierten Tinnitus-Interviews ermöglicht unter anderem Angaben zur tinnitusbedingten Belastung eines einzelnen Patienten. Beispielsweise entspricht ein STI-Wert von 0 Punkten der Beurteilung „keinerlei Tinnitusbelastung“ und ein STI-Wert von 40 Punkten der Einschätzung „extremste Tinnitusbelastung“. Auf diese Weise unterstützt das strukturierte Tinnitus-Interview den Arzt und seinen Tinnituspatienten dabei, den Tinnitus einem von 4 Schweregraden zuzuordnen.
Datum: Mai 2010; Autor: Dr. med. E. Wolf
Quellen:
Hesse, G.: Tinnitus. Thieme, Stuttgart (2008)
Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg (2009)
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