Zusammenhang zwischen Schnarchen und Tinnitus

Schnarchen und Tinnitus

Schnarchen und Tinnitus

Schnarchen ist ein weit verbreitetes Phänomen. Viele Menschen schnarchen gelegentlich oder auch regelmäßig, was an sich nicht besorgniserregend ist. Anders sieht die Situation aus, wenn sich aus einem harmlosen Schnarchen ein sogenanntes Schnarchsyndrom entwickelt. In diesem Fall kommt es als Folge des Schnarchens zu kurzen Atemaussetzern mit Sauerstoffmangel. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einer Schlafapnoe. Mögliche Folgen sind unter anderem Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen, Leistungsminderung sowie Herz- und Lungenbeschwerden. Zudem besteht ein Zusammenhang zwischen Tinnitus und regelmäßigem Schnarchen.

Schnarchen und Tinnitus können bei einigen Patienten einen Zusammenhang aufweisen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Schnarchen zum einen die Entstehung eines Tinnitus begünstigt und dass die Bewältigung der tinnitusbedingten Belastung zum anderen durch das Schnarchen erschwert wird.

Vorgehen bei Schnarchen und Tinnitus

Besteht bei einem Tinnituspatienten der Verdacht, dass sein Ohrgeräusch mit Schnarchen in Zusammenhang steht, sollte dieser Zusammenhang diagnostisch abgeklärt werden. Dies ist zunächst sehr einfach mit Hilfe von Geräten möglich, die der Patient mit nach Hause nimmt, um seinen Schlaf damit zu überwachen. Man spricht von einem sogenannten Schlaf-Screening, welches unter anderem von Internisten, Lungenfachärzten und Hals-Nasen-Ohren-Ärzten angeboten wird. Bei auffälligen Befunden mit der Notwendigkeit, das Schnarchen weiter abzuklären, ist die Überweisung des Patienten in ein Schlaflabor möglich. Dort werden der Schlaf des Betroffenen und sein Schnarchen mit Hilfe verschiedener Geräte überwacht und analysiert. Hat sich im Rahmen der Diagnostik ein Zusammenhang zwischen dem Schnarchen und dem Tinnitus eines Patienten ergeben, ist unter Umständen ein operativer Eingriff sinnvoll. Dabei werden unter anderem die Gaumenmandeln entfernt, um auf diese Weise die Atemwege zu erweitern und die Atmung zu erleichtern. Positive Folgen können sich in Form einer Schnarchverminderung und einer Tinnituslinderung einstellen.

Datum: Mai 2010; Autor: Dr. med. E. Wolf

Quelle:

Biesinger, E.: Tinnitus – Endlich Ruhe im Ohr. Trias, Stuttgart (2007)

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