Wie funktioniert richtiges Hören?
Richtiges Hören

Um das Hören zu verstehen, ist die Kenntnis der Anatomie von großer Bedeutung. Die erste Station auf dem Weg zum Höreindruck ist die Ohrmuschel: Hier wird der Schall gebündelt und in den Gehörgang sowie von dort zum Trommelfell weitergeleitet. Am Trommelfell ist das erste Gehörknöchelchen des Mittelohres, der Hammer, befestigt. Der Schall wird über das Trommelfell und die drei Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss, Steigbügel) an das Innenohr weitergeleitet. Dort erfolgt die Umwandlung des Schalls in elektrische Signale, was das Hören erst ermöglicht.
Die Schallumwandlung im Rahmen des Hörens findet in den Sinneszellen des Hörorgans, der sogenannten Schnecke, statt: Der Schall löst an den Sinneszellen Vorgänge aus, an deren Ende die Informationsübermittlung an den Hörnerv steht. Der Hörnerv nimmt die Informationen auf und leitet sie in elektrischer Form an das Gehirn weiter. Im Gehirn werden die Informationen in mehreren Schaltstationen verarbeitet, bevor sie in der Hörrinde ankommen, wo das eigentliche Hören stattfindet.
„Richtig“ Hören
Das Hören hat sich im Laufe der Zeit deutlich verändert: Früher konnte Musik nur selbst erzeugt oder im Rahmen eines Konzertbesuches genossen werden. Der moderne Mensch hingegen ist fast ständig von Musik umgeben – in Geschäften, im Büro und auch zu Hause. Zudem sind häufig weitere Geräusche zu hören: Verkehrslärm, Computerbrummen, Hintergrundgespräche. Auf diese Weise ist das Hörsystem fast kontinuierlich verschiedenen Höreindrücken ausgesetzt. Diese „Dauerberieselung“ hat jedoch nichts mir richtigem Hören zu tun. Richtiges Hören bedeutet, sich dem Gehörten bewusst zuzuwenden. Dies würde beispielsweise bedeuten, Musik nicht als Hintergrundgeräusch einzusetzen, sondern ihr bewusst zuzuhören und dabei nichts anderes zu tun. Dieses Zuhören fördert zudem die Wahrnehmungsfähigkeit für das, was man hört: laute und leise Töne oder schnelle und langsame Passagen eines Musikstücks. Daher sollte man sich – sofern möglich – seine Geräuschkulisse bewusst gestalten, um auf diese Weise wieder richtig zu hören.Datum: Mai 2010; Autor: Dr. med. E. Wolf
Quellen:
Biesinger, E.: Tinnitus – Endlich Ruhe im Ohr. Trias, Stuttgart (2007)
Cramer, A.: Tinnitus: Wirksame Hilfe mit Musiktherapie. Trias, Stuttgart (2009)
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