Wie wirkt Prednisolon bei Tinnitus?

Prednisolon bei Tinnitus

Prednisolon bei Tinnitus

Prednisolon ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Kortisonpräparate. Bei Kortison handelt es sich um ein körpereigenes Hormon, das in den Nebennieren produziert wird und im Körper verschiedene Wirkungen entfaltet. Therapeutisch werden Kortisonpräparate wie Prednisolon hauptsächlich zur Hemmung von Entzündungen und zur Abschwellung eingesetzt. Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie empfiehlt in ihrer Tinnitus-Leitlinie zudem bei akutem und subakutem Tinnitus den Einsatz von Kortisonpräparaten wie beispielsweise Prednisolon.

Die Anwendung von Kortisonpräparaten wie Prednisolon bei Tinnitus beruht auf der Vorstellung, dass ein akuter Tinnitus durch eine Virusinfektion mitbedingt ist. Diese führt zu einer Entzündung im Bereich des Innenohres mit begleitender Schwellung von Blutgefäßen, was wiederum eine Minderdurchblutung des Innenohres zur Folge hat. Daher kommen hier Kortisonpräparate wie Prednisolon mit ihrer entzündungshemmenden und abschwellenden Wirkung infrage.

Anwendung von Prednisolon bei Tinnitus

Die Gabe von Kortisonpräparaten wie Prednisolon erfolgt meist direkt in eine Vene, beispielsweise in Form von Spritzen oder Infusionen. Die Tinnitus-Leitlinie empfiehlt einen Therapiebeginn mit einer hohen Dosierung von beispielsweise 500 Milligramm Kortison pro Tag über drei Tage. Die Dosis wird dann in den folgenden Tagen bis zu einer Gesamtbehandlungsdauer von zehn Tagen reduziert. Beim sogenannten oralen Prednisolonschema wird das Medikament in Tablettenform verabreicht, und zwar über eine Dauer von 21 Tagen. Die Therapie beginnt mit einer täglichen Dosis von 250 Milligramm Prednisolon. Diese Dosis wird im Laufe der Behandlung auf eine Prednisolonmenge von 12,5 Milligramm an den letzten drei Behandlungstagen reduziert. Die Wirksamkeit von Kortisonpräparaten wie Prednisolon bei Tinnitus ist gut belegt. Da die Gabe von Prednisolon nur für einige wenige Tage erfolgt, sind zudem keine schwerwiegenden Nebenwirkungen zu befürchten. Gewisse Einschränkungen gelten jedoch für Patienten mit Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), da Kortisonpräparate wie Prednisolon zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels führen können.

Datum: Mai 2010; Autor: Dr. med. E. Wolf

Quellen:

Biesinger, E.: Tinnitus – Endlich Ruhe im Ohr. Trias, Stuttgart (2007)

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie: Leitlinie Tinnitus. www.phoniatrie-paedaudiologie.com/Informationen/HoersturzTinnitus/assets/AWMFonline-Leitlinie%20HNO-Tinnitus.pdf (Abruf am 09.12.2009)

Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg (2009)

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