Erster Abschnitt des Tinnitus-Retrainings

Organisation und Zeitplanung im Tinnitus Retraining

Organisation und Zeitplanung im Tinnitus Retraining

Der Zeitplan des Tinnitus-Retrainings sieht an erster Stelle eine ausführliche Diagnostik vor. Um eine für den einzelnen Patienten geeignete Organisation seines individuellen Tinnitus-Retrainings durchführen zu können, sind einige Untersuchungen erforderlich, darunter Audiometrie, Bearbeitung eines Tinnitusfragebogens, ein strukturiertes Tinnitus-Interview und allgemeine Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese). Bei Verdacht auf Hyperakusis ist für die Organisation des Tinnitus-Retrainings zudem eine erweiterte Diagnostik erforderlich, bevor ein detaillierte Zeitplan erstellt wird.

Zur ersten Phase der Organisation und der Erstellung eines Zeitplans für das individuelle Tinnitus-Retraining ist es zudem sinnvoll, Krankheiten auszuschließen, welche eventuell mit der Entstehung des Tinnitus in Zusammenhang stehen. Zu diesem Zweck sind im Einzelfall Untersuchungen durch Fachärzte wie Internisten, Orthopäden, Radiologen und Neurologen sinnvoll. Erst nach Abschluss dieses ersten diagnostischen Abschnitts sind eine genaue Organisation und ein detaillierter Zeitplan des Tinnitus-Retrainings möglich.

 

 

Zweiter Abschnitt des Tinnitus-Retrainings 

Der zweite Abschnitt des Tinnitus-Retrainings besteht zunächst darin, den Patienten über die Ergebnisse der Diagnostik zu informieren. Anschließend werden die geplante Organisation und der individuelle Zeitplan für das Tinnitus-Retraining erläutert. Dabei richtet sich sowohl die Organisation als auch der Zeitplan des Tinnitus-Retrainings nach dem beim einzelnen Patienten vorliegenden Befund, beispielsweise:

  • leichter Tinnitus
  • schwerer Tinnitus
  • Tinnitus mit begleitender Hörstörung
  • Tinnitus mit begleitender Hyperakusis

In der Regel sind die Organisation und der Zeitplan des Tinnitus-Retrainings darauf ausgerichtet, dass ein Teil des Trainingsprogramms von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt geleitet wird und ein anderer Teil von einem Psychologen. Beispielsweise sehen Organisation und Zeitplan des Tinnitus-Retrainings für den leichten Tinnitus unter anderem Folgendes vor:

  • ärztliche Beratung durch den Hals-Nasen-Ohren-Arzt mit Erläuterung der Tinnitusentstehung und -aufrechterhaltung
  • Stressbewältigungstraining und Entspannungstechniken
  • psychologische Therapieelemente wie Verhaltenstherapie oder kognitive Umstrukturierung

 

Datum: Mai 2010; Autor: Dr. med. E. Wolf

Quelle:

Hellweg, C./ Lux-Wellenhof, G./ Bühler, P.: Tinnitus Retraining-Therapie. Heinrich Hugendubel, München (2008)

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