Nebenwirkungen des Tinnitus

Nebenwirkungen des Tinnitus

Nebenwirkungen des Tinnitus

Ein Tinnitus kann zahlreiche Nebenwirkungen haben. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Begleiterkrankungen beziehungsweise Komorbiditäten. Die genauen Zusammenhänge zwischen Tinnitus und Komorbiditäten sind allerdings noch nicht genau bekannt. Insbesondere lassen sich bei Patienten mit Tinnitus Begleiterkrankungen im seelischen Bereich feststellen (hauptsächlich affektive Störungen und funktionelle Beschwerden). Die Nebenwirkungen sind einer entsprechenden Behandlung in der Regel gut zugänglich.

Affektive Störungen und funktionelle Beschwerden

Als tinnitusbedingte Nebenwirkungen sind vor allem die sogenannten affektiven Störungen zu nennen. Darunter versteht man eine krankheitsbedingte Veränderung der Ansprechbarkeit und der Äußerung von Affekten. Dies zeigt sich unter anderem dahingehend, dass sich die Betroffenen niedergeschlagen und hilflos fühlen. Außerdem besteht häufig eine Antriebsschwäche, die sowohl körperliche Aktivitäten als auch das Denken betreffen kann.

Weitere affektive Nebenwirkungen des Tinnitus sind Depressionen, die unter anderem mit Schuldgefühlen und einer Einengung des Denkens einhergehen. Begleitend ist zudem das Auftreten körperlicher Nebenwirkungen möglich, beispielsweise Schlaflosigkeit, Herzbeschwerden, Übelkeit, Verdauungsstörungen, Appetitminderung, Veränderung des Körpergewichts und sexuelles Desinteresse.

Unter funktionellen Beschwerden versteht man körperliche Symptome, denen keine nachweisbare körperliche Ursache zugrunde liegt. Derartige Beschwerden sind bei Patienten mit Tinnitus relativ häufig als Nebenwirkungen zu beobachten. Die Betroffenen leiden beispielsweise unter Schmerzen, Lähmungen und Sensibilitätsstörungen.

Weitere tinnitusbedingte Nebenwirkungen

Neben den tinnitusbedingten Nebenwirkungen im seelischen Bereich (insbesondere affektive Störungen und funktionelle Beschwerden) lassen sich bei vielen Patienten weitere Symptome beobachten, unter anderem:

  • Muskelverspannungen, hauptsächlich der Nacken- und Kaumuskulatur, was unter anderem zu einer Kiefergelenkverspannung führen kann
  • Zähneknirschen
  • Hörstörungen, unter anderem in Form von Verzerrungen und gesteigerter Wahrnehmung von Höreindrücken
  • Leistungsminderung und Konzentrationsstörungen bis hin zur Arbeitsunfähigkeit
  • Rückzug aus dem sozialen Leben, beispielsweise von Familienmitgliedern, Freunden und Vereinskameraden

Datum: Mai 2010; Autor: Dr. med. E. Wolf

Quellen: Biesinger, E./ Iro, H.: HNO Praxis heute – Tinnitus. Springer, Heidelberg; books.google.com/books?id=CuZ7cp07XIEC&pg=PA140&lpg=PA140&dq=tinnitus+komorbidit%C3%A4t&source=bl&ots=6Dg1BeRgJ4&sig=BXOVj8ap3kSvx7OUzFoQGbPMk_
s&hl=de&ei=CcIfS7zWE8me_Abx752SDA&sa=X&oi=book_result&ct=result&
resnum=8&ved=0CC0Q6AEwBzgK#v=onepage&q=tinnitus%20komorbidit%C3%A4t&f=false (2005)

Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg (2009) 
 

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