Wie wirkt Musiktherapie bei Tinnitus?

Musiktherapie bei Tinnitus

Musiktherapie bei Tinnitus

Musiktherapie bei Tinnitus kann auf verschiedene Art und Weise zum Einsatz kommen und zudem unterschiedliche Wirkungen entfalten. Meistens erfolgt jedoch eine rezeptive Musiktherapie. Das bedeutet, dass ein Patient mit Tinnitus nicht selbst Musik macht, sondern dass er einer bestimmten Musik zuhört. Diese Art der Behandlung kann sowohl bei Patienten mit akutem und subakutem Tinnitus als auch bei jenen mit chronischen Beschwerden zum Einsatz kommen. Folgende Merkmale und Ziele stehen im Mittelpunkt der Musiktherapie bei Tinnitus:

  • Auswahl der für den Patienten am besten geeigneten Musik
  • lustvolles und genussreiches Erleben des Hörens
  • Herbeiführung einer Tiefenentspannung durch Musik
  • Erreichen einer bleibenden Verdeckung des Ohrgeräusches
  • Gewöhnung an den Tinnitus und dadurch dessen Ausblendung
  • Förderung der Hörwahrnehmung
  • Umprogrammierung des Hörzentrums im Gehirn durch Wiederholungen von Musikstücken

Das Ziel der Musiktherapie bei Tinnitus besteht darin, die Aufmerksamkeit vom Tinnitus wegzulenken und sie auf andere, wichtigere Dinge des Lebens zu richten. Dies erfolgt im Rahmen der Musiktherapie durch eine Umprogrammierung des Hörsystems.

Durchführung der Musiktherapie bei Tinnitus

Zu Beginn einer Musiktherapie bei Tinnitus werden zunächst folgende individuelle Aspekte des Patienten ermittelt:

  • Hörgewohnheiten, Hörerfahrungen und Hörvorlieben
  • kulturelle Interessen
  • musikalische Fähigkeiten
  • aktuelle Verfassung
  • Erleben des Tinnitus
  • Ausprägung einer eventuellen Hörminderung
  • neben dem Tinnitus bestehende Begleitbeschwerden

Im Anschluss daran suchen Musiktherapeut und Tinnituspatient nach den Geräuschen und Klängen sowie nach der Musik, die für den einzelnen Patienten am besten geeignet sind. Dabei wird unter anderem Folgendes berücksichtigt:

  • Frequenzen
  • Klangerzeuger beziehungsweise Instrumente
  • Mischung und Art der Tonerzeugung
  • bei Musikstücken:
    • Stilrichtung, Epoche und Komponist
    • Form, Rhythmik und Dynamik
    • Instrumentierung, Tonart und Harmonie
    • Interpretation
    • Umgebung, in der das Musikstück gehört werden soll

Datum: Mai 2010; Autor: Dr. med. E. Wolf

Quelle:

Cramer, A.: Tinnitus: Wirksame Selbsthilfe mit Musiktherapie, 2. Aufl. Trias, Stuttgart (2009)

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