Zusammenhang zwischen Morbus Menière und Tinnitus
Morbus Menière und Tinnitus

Beim Morbus Menière handelt es sich um eine Erkrankung des Innenohres, deren Ursache nicht bekannt ist. Allerdings werden verschiedene Faktoren mit dem Auftreten eines Morbus Menière in Zusammenhang gebracht, darunter häufige Virusinfektionen (beispielsweise mit dem Herpesvirus), immunologische Erkrankungen, Verletzungen, hormonelle Störungen, Durchblutungsstörungen und eine familiäre Veranlagung. In der Regel ist nur ein Ohr betroffen. Bei ungefähr 30% der Patienten entwickeln jedoch beide Ohren die Symptome eines Morbus Menière.
Ein Morbus Menière äußert sich durch:
- Minuten bis Stunden anhaltende Schwindelattacken, die von Übelkeit und Erbrechen begleitet sind
- Tinnitus
- Schwerhörigkeit
- Völle- oder Druckgefühl im Ohr
Ein Tinnitus tritt bei ungefähr 90% der Patienten mit Morbus Menière auf. Er ist häufig tieffrequent, das heißt es wird ein tiefer Tinnituston wahrgenommen. Zudem beschreiben viele Patienten mit Morbus Menière den in diesem Zusammenhang aufgetretenen Tinnitus als rauschendes oder brummendes Geräusch.
Vorgehen bei Morbus Menière und Tinnitus
Der Verdacht auf einen Morbus Menière ergibt sich durch die typischen Beschwerden des Patienten mit unter anderem Schwindelattacken, Schwerhörigkeit und Tinnitus. Um das Vorhandensein eines Morbus Menière abzusichern, kommen verschiedene Untersuchungen infrage, darunter audiometrische Messungen, Kernspintomografie und Gleichgewichtsprüfungen. Die Therapie des Morbus Menière hat eine Verminderung der belastenden Symptome zum Ziel, darunter auch des Tinnitus. Eine ursächliche Behandlung ist mangels einer bekannten Ursache leider nicht durchführbar. Allerdings gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Symptome des Morbus Menière effektiv zu lindern, beispielsweise:- während eines Anfalls: Medikamente gegen Schwindel, Bettruhe sowie Vermeidung von Kaffee, Alkohol und gesalzenem Essen
- Verabreichung von Kortisonpräparaten
- Prophylaxe von Anfällen durch regelmäßige Einnahme bestimmter Medikamente, beispielsweise Diuretika zur Steigerung der Wasserausscheidung
- operative Entlüftung des Mittelohres durch Einsetzen eines kleinen Röhrchens in das Trommelfell
- operative Beeinflussung der Innenohrfunktion
- Anpassung eines Hörgeräts
Datum: Mai 2010; Autor: Dr. med. E. Wolf
Quellen:
Biesinger, E.: Tinnitus – Endlich Ruhe im Ohr. Trias, Stuttgart (2007)
Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg (2009)
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