Wie wirkt Lasertherapie bei Tinnitus?

Lasertherapie bei Tinnitus

Lasertherapie bei Tinnitus

Die Lasertherapie bei Tinnitus stellt keine medizinisch anerkannte Behandlungsmethode dar. Sie wird den sogenannten paramedizinischen Therapieansätzen zugerechnet. Allerdings sind einige Patienten, die stark unter ihren Beschwerden leiden, durchaus bereit, versuchsweise auch eine Laserbehandlung ihres Tinnitus durchführen zu lassen.

Die geringe medizinische Anerkennung der Lasertherapie zur Linderung von Tinnitusbeschwerden basiert auf verschiedenen Gründen: Zum einen ist wissenschaftlich kaum zu erklären, wie die Laserstrahlen das tief im Felsenbein des Schädels gelegene Innenohr erreichen können. Zum anderen haben verschiedene Studien ergeben, dass keine Wirksamkeit besteht, beziehungsweise dass die Wirksamkeit der Lasertherapie bei Tinnitus nicht über derjenigen eines Placebos („Scheinbehandlung“) liegt.

Durchführung der Lasertherapie bei Tinnitus

In der Regel kommt zur Lasertherapie des Tinnitus ein sogenannter Softlaser zur Anwendung. Diese Softlasergeräte werden von circa 50 verschiedenen Herstellern angeboten. Das Ziel dieser Laserbehandlung besteht darin, den Energiestoffwechsel in den Sinneszellen des Hörorgans („Schnecke“) zu steigern. Dieses Ziel soll erreicht werden, indem die vom Laser ausgesandten Lichtphotonen die Mitochondrien der Haarzellen treffen. Mitochondrien sind in allen Körperzellen enthalten und stellen eine Art „Kraftwerk“ dar, aus dem die einzelne Zelle ihre Energie gewinnt. Allerdings ist unklar, wie der Laserstrahl gezielt die Sinnenszellen des im Innenohr gelegenen Hörorgans erreichen und damit den Tinnitus günstig beeinflussen könnte. Die Tinnitustherapie mittels Softlaser kann auch vom Patienten selbst durchgeführt werden. Dazu steht als sogenanntes Tinni Tool ein ungefähr kugelschreibergroßes Gerät zur Verfügung. Angeblich soll dieser Softlaser zahlreiche Ohrerkrankungen positiv beeinflussen können. Allerdings ist auch die Wirksamkeit dieser speziellen Lasertherapie des Tinnitus nicht belegt.

 

Datum: Mai 2010; Autor: Dr. med. E. Wolf

Quelle:

Hesse, G.: Tinnitus. Thieme, Stuttgart (2008)

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