Bedeutung des Tinnitus-Retrainings als Grundlage für dessen Durchführung

Grundlagen des Tinnitus-Retraining

Grundlagen des Tinnitus-Retraining

Eine Grundlage für die Durchführung des Tinnitus-Retrainings ist dessen hoher Stellenwert, der sich sowohl durch verschiedene Studienergebnisse als auch durch die persönlichen Erfahrungen zahlreicher Tinnitusbetroffener erwiesen hat. Die Grundlage für diese positiven Ergebnisse und Erfahrungen ist wiederum das häufige Erreichen des Therapiezieles, welches bei der Tinnitus-Retraining-Therapie in einer Gewöhnung an das Ohrgeräusch besteht – für ein verbessertes Wohlbefinden des Tinnitusbetroffenen und eine gesteigerte Lebensqualität eine wichtige Grundlage.

Die Grundlage, auf dessen Basis die Tinnitus-Retraining-Therapie erfolgreich sein kann, ist im komplexen Hörsystem des Menschen zu suchen. Dabei wird insbesondere das Gehirn als Ort der Tinnitusentstehung angesehen. Das Gehirn ist jedoch in der Lage, diese „innere Schallquelle“ zu unterdrücken, was im Rahmen des Tinnitus-Retrainings eingeübt wird. Eine weitere Grundlage für die Durchführung des Tinnitus-Retrainings ist die Tatsache, dass diese Therapieform in Zusammenhang mit dem Einsatz von Maskern auch in der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie genannt wird.

Elemente des Tinnitus-Retrainings als Grundlage der Tinnitusgewöhnung 

Die Grundlage des Tinnitus-Retrainings ist die Zusammensetzung dieser speziellen Tinnitusbehandlung aus 3 wesentlichen Elementen: ärztliche Beratung (Counselling), Anpassung eines Noisers beziehungsweise Maskers und psychologische Betreuung. Erst durch das Ineinandergreifen dieser verschiedenen Therapieansätze entsteht die Grundlage für den Therapieerfolg des Tinnitus-Retrainings. In Anlehnung an die wissenschaftlichen Grundlagen des Tinnitusforschers Pawel Jastreboff führen die 3 Behandlungselemente des Tinnitus-Retrainings zu einer Gewöhnung an das Ohrgeräusch. Die Grundlagen nach Jastreboff besagen unter anderem, dass der Tinnitus auf einer übersteigerten Aktivität im Hörsystem des Gehirns beruht. Dies führt dazu, dass in der Hörrinde des Großhirns ein Geräusch wahrgenommen wird, für das es keine äußerliche Ursache gibt.

 

Datum: Mai 2010; Autor: Dr. med. E. Wolf

Quellen:

AOL Deutschland: Tinnitus (Ohrgeräusche) – Retraining-Therapie nach Jastreboff. gesundheit.aol.de/Krankheiten-Lexikon/Tinnitus-Ohrgeraeusche-Retraining-Therapie-Jastreboff-1584837799-6.html (Abruf am 21.10.2010)

Biesinger, E.: Tinnitus – Endlich Ruhe im Ohr. Trias, Stuttgart (2007)

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie: Leitlinie Tinnitus. www.phoniatrie-paedaudiologie.com/Informationen/HoersturzTinnitus/assets/AWMFonline-Leitlinie%20HNO-Tinnitus.pdf (Abruf am 09.12.2009) 

Hesse, G.: Tinnitus. Thieme, Stuttgart (2008)

Reiß, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg (2009)

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