Verschiedene Arten von Tinnitus-Sounds
Gibt es einen speziellen Tinnitus-Sound?

Unter Tinnitus-Sounds versteht man die verschiedenen Ohrgeräusche, die bei Tinnituspatienten auftreten. „Sound“ ist der englische Begriff für „Geräusch“ oder „Klang“. Die Tinnitus-Sounds können ganz unterschiedlich sein. Zudem können sich bei einem einzelnen Patienten mehrere Sounds abwechseln, kombiniert auftreten oder ineinander übergehen. Auch die Veränderung eines Tinnitus-Sounds ist möglich, beispielsweise in Hinblick auf die Lautstärke oder die Klangcharakteristika. Insgesamt gibt es eine große Fülle an verschiedenen Tinnitus-Sounds.
Die Tinnitus-Sounds können bei einem Tinnitusbetroffenen ständig vorhanden sein oder Pausen aufweisen. Verschiedene Tinnituspatienten beschreiben die von ihnen wahrgenommenen Tinnitus-Sounds unter anderem folgendermaßen:
- reine Töne
- Rauschen
- „komplexe“ Geräusche wie Surren, Brummen, Klingeln, Zirpen oder Knacken
Bedeutung von Sounds und speziell von Tinnitus-Sounds
Geräusche, also Sounds, sind für Menschen und auch für Tiere von großer Bedeutung. Mit Hilfe der verschiedenen Umgebungsgeräusche wird es Menschen und Tieren erleichtert, sich in ihrer Umwelt zurechtzufinden. Dabei haben verschiedene Sounds ganz unterschiedliche Bedeutungen. Beispielsweise wirkt ein Martinshorn alarmierend, das Rauschen des Windes in den Bäumen beruhigend und ein Tinnitus-Sound wie beispielsweise Klingen (s. oben) mitunter störend. Die spezielle Art des Tinnitus-Sounds, der von einem einzelnen Tinnituspatienten wahrgenommen wird, hat für diesen unter Umständen eine ganz bestimmte, individuelle Bedeutung und ist von Patient zu Patient häufig sehr unterschiedlich. So stellt ein gleichmäßiges Rauschen in den Ohren für einen Tinnitusbetroffenen, der zeitlebens an einer viel befahrenen Straße gelebt hat, eventuell keine ausgeprägte Belastung dar, weil ihm dieses Geräusch vertraut ist. Bei einem Tinnitusbetroffenen, der im ländlichen Bereich lebt, wirkt ein vergleichbarer Tinnitus-Sound hingegen unter Umständen stark belastend und wird als störend wahrgenommen, da die Ohren eher die Ruhe auf dem Land gewöhnt sind. Dies lässt sich sogar therapeutisch nutzen, indem man den Patienten beispielsweise anleitet, seinen individuellen Tinnitus-Sound als angenehmes Geräusch wie das beruhigende Plätschern eines Baches einzuordnen.Datum: Mai 2010; Autor: Dr. med. E. Wolf
Quellen
Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg (2009)
Schäfer, L-M./ Schmidt, MDF: Selbsthilfe bei Ohrgeräuschen. Haug, Heidelberg (2000)
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