Stellenwert der Gentherapie bei Tinnitus

Gentherapie bei Tinnitus

Gentherapie bei Tinnitus

Die Gentherapie bei Tinnitus ist unter anderem bestrebt, die im Innenohr gelegenen Hörsinneszellen zu schützen, zu reparieren oder sogar zu ersetzen. Dabei ist die Gentherapie nicht nur speziell auf den Tinnitus ausgerichtet, sondern orientiert sich auch an der Verbesserung eines eingeschränkten Hörvermögens. Dieser kombinierte Ansatz ist äußerst sinnvoll, da Tinnitus und Hörminderung gar nicht so selten parallel auftreten. Aktuell besteht folgende Unterteilung der verschiedenen Ansätze der Gentherapie:

  • Schutz der Hörsinneszellen im Innenohr und derjenigen Nervenzellen, welche für die Informationsweiterleitung zwischen Innenohr und Gehirn verantwortlich sind
  • Beeinflussung der Aktivierung und Deaktivierung verschiedener Gene in den Hörsinneszellen und den informationsweiterleitenden Nervenzellen
  • Regeneration abgestorbener oder funktionsuntüchtiger Zellen (Hörsinneszellen, informationsweiterleitende Nervenzellen)

Die Ansätze der Gentherapie bei Tinnitus sind für den Bereich des Innenohrs sowie der Nerven und des Gehirns von großer Bedeutung, da die Zellen in diesem Bereich nur in begrenzter Anzahl vorhanden sind. Zudem können sie sich nach einer Schädigung in der Regel nicht erholen, wie es beispielsweise bei der Haut der Fall ist. Auch ist kein Ersatz geschädigter Zellen durch neue Zellen möglich. Hier setzt die Gentherapie an, indem sie diese Zellen einerseits vor einer Schädigung schützt und sie andererseits regeneriert und damit wieder funktionstüchtig macht.

Anwendung der Gentherapie bei Tinnitus

Die Gentherapie kann bei Tinnitus noch nicht praktisch angewandt werden. Allerdings ist die Gentherapie ein weites Feld, und aktuell bestehen zahlreiche Forschungsbemühungen auf diesem Gebiet. Daher kann man darauf hoffen, dass die Gentherapie zukünftig nicht nur in der Forschung stattfinden, sondern auch bei betroffenen Tinnituspatienten Anwendung finden wird. Entsprechend der verschiedenen Ansätze der Gentherapie sind verschiedene praktische Ansätze denkbar. Eine mögliche gentherapeutische Tinnitustherapie besteht darin, sogenannte Wachstumsfaktoren mittels spezieller Bindegewebezellen in das Innenohr einzubringen, um einem Abbau von Hörsinneszellen und Nervenzellen entgegenzuwirken.

 

Datum: Mai 2010; Autor: Dr. med. E. Wolf

Quelle:

Hesse, G.: Tinnitus. Thieme, Stuttgart (2008)

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