Wie wirkt Druckkammertherapie bei Tinnitus?

Druckkammertherapie bei Tinnitus

Druckkammertherapie bei Tinnitus

Die Druckkammertherapie bei Tinnitus wird in der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie als möglicher Behandlungsversuch bei akutem Tinnitus genannt, wenn die empfohlenen Behandlungsverfahren erfolglos geblieben sind. Obwohl es bei einzelnen Patienten unumstrittene Therapieerfolge gibt, wird die Behandlung mit Sauerstoff bei Tinnitus von den Krankenkassen jedoch nicht erstattet. Ein weiterer Ausdruck für diese Art der Tinnitusbehandlung lautet hyperbare Sauerstofftherapie (HBO).

Man geht davon aus, dass ein Tinnitus unter anderem auf einem Mangel an Sauerstoff in den Sinneszellen des Hörorgans („Schnecke“) beruht. Durch die Sauerstofftherapie bei Tinnitus kommt es zu einer Verbesserung der Sauerstoffversorgung der Sinneszellen und damit auch zu einer Linderung der Beschwerden.

Durchführung der Druckkammertherapie bei Tinnitus

Bei der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO) zur Tinnitusbehandlung befindet sich der Patient in einer Druckkammer und ist damit einem erhöhten Außendruck ausgesetzt. Über eine Maske wird nun Sauerstoff eingeatmet, was die Sauerstoffkonzentration im Blut und schließlich auch im Innenohr erhöht. Dabei beruht die Sauerstoffanreicherung nicht auf einer gesteigerten Bindung des Sauerstoffs an den roten Blutfarbstoff, wie dies bei der normalen Atmung der Fall ist. Vielmehr ist der Sauerstoff direkt im Blut gelöst, was durch den erhöhten Außendruck in der Druckkammer unterstützt wird. Die Druckkammertherapie sollte innerhalb eines Monats nach Einsetzen der ersten Tinnitusbeschwerden begonnen werden, um möglichst gute Behandlungsergebnisse zu erzielen. Meist werden zehn Behandlungen in der Druckkammer durchgeführt, wobei die Behandlungszeit bei jeweils 90 bis 120 Minuten liegt. Vor dem Beginn einer Sauerstofftherapie steht jedoch eine gründliche Untersuchung des betroffenen Patienten, um ernsthafte Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder der Lunge auszuschließen (diese würden dem Aufenthalt in einer Druckkammer entgegenstehen). Außerdem erfolgt während der gesamten Druckkammerbehandlung eine kontinuierliche Überwachung von Blutdruck und Herzschlag. Adressen von Einrichtungen mit Druckkammern sind beim Verband Deutscher Druckkammerzentren (VDD) erhältlich.

 

Datum: Mai 2010; Autor: Dr. med. E. Wolf

Quellen:

Biesinger, E.: Tinnitus – Endlich Ruhe im Ohr. Trias, Stuttgart (2007)

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie: Leitlinie Tinnitus. www.phoniatrie-paedaudiologie.com/Informationen/HoersturzTinnitus/assets/AWMFonline-Leitlinie%20HNO-Tinnitus.pdf (Abruf am 09.12.2009)

Hesse, G.: Tinnitus. Thieme, Stuttgart (2008)

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