Stellenwert von Campral® bei Tinnitus
Campral® und Tinnitus

Campral® ist ein Medikament, welches normalerweise im Rahmen der Alkoholentwöhnung eingesetzt wird. Das Ziel der Verwendung von Campral® bei Alkoholkrankheit ist die Aufrechterhaltung einer stabilen Alkoholabstinenz nach einer erfolgreich abgeschlossenen Entzugsbehandlung. Der in Campral® enthaltene Wirkstoff ist Acamprosat. Dieser stellt im Gehirn das durch Alkoholmissbrauch gestörte Gleichgewicht zwischen erregenden und dämpfenden beziehungsweise hemmenden Botenstoffen (Neurotransmitter) wieder her. Zudem wird auch bei Tinnitus eine Wirkung von Campral® angemommen.
Die Beeinflussung der Botenstoffe im Gehirn stellt nicht nur bei Alkoholmissbrauch, sondern auch bei Tinnitus die Basis für die Anwendung von Campral® dar. Dabei ist bei Tinnitus insbesondere die Förderung dämpfender Nervenimpulse durch Campral® relevant.
Anwendung von Campral® bei Tinnitus
Im Rahmen einer Studie, die sich mit der Beeinflussung von Ohrgeräuschen durch Campral® beschäftigte, erhielten die teilnehmenden Tinnituspatienten Campral® in einer Dosierung von 3-mal 333 Milligramm pro Tag. Zur Behandlung der Alkoholkrankheit werden hingegen meist 3-mal täglich 2 Tabletten Campral® verabreicht, wobei jede Tablette 300 Milligramm des Wirkstoffs Acamprosat enthält. Die Campral®-Dosierung bei Alkoholkrankheit ist also höher als bei Tinnitus.Die Studie zur Wirksamkeit von Campral® bei Tinnitus wurde ausgewertet, indem man die Tinnitusbeschwerden der Patienten nach 30, 60 und 90 Tagen erfasste. Dabei zeigte sich, dass es bei 87% der mit Campral® behandelten Tinnitusbetroffenen zu einer signifikanten Besserung des Ohrgeräusches gekommen war. Bei jedem zweiten Patienten wurde durch die Verwendung von Campral® eine mehr als 50%ige Verminderung der Tinnitusbelastung erzielt. Die Studienautoren kamen aufgrund dieser Ergebnisse zu dem Schluss, dass Campral® für Tinnituspatienten eine gute Therapiemöglichkeit darstellt. Zudem wird die Verträglichkeit von Campral® von den Forschern als sehr gut eingeschätzt.
Datum: Mai 2010; Autor: Dr. med. E. Wolf
Quellen:
Medical Tribune: Acamprosat kann das Ohrenklingeln dämpfen. extranet.medical-tribune.de/volltext/PDF/2005/MT_Schweiz/43_MTCH/MTCH_43_S06.pdf (Abruf am 25.03.2010)
Pharmawiki: Acamprosat. www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Acamprosat (Abruf am 25.03.2010)
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